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Kölle Indoor Kite (K.I.K.)

von Eike W. Schmidt

Vorwort

Im April 2005 fuhr ich zum Indoor Drachentag I-Day in Wuppertal. Dies war das erste mal, dass ich einen Drachen in einer Halle habe fliegen lassen. Mitgenommen hatte ich einen La Luna UL und zwei Trick Tac. Die Trick Tacs mit ihrer kurzen Spannweite (91 cm) waren etwas zu quirlig für mich und der La Luna, welcher ja ein Full Size Drachen ist (Spannweite 240 cm), war für mich schwer in der Luft zu halten.

So reifte der Entschluss einen mittelgroßen Indoordrachen zu bauen. Im Kite and Friends Bauanleitungsheft 2001 fand ich die Bauanleitung für den Kölle Indoor Kite (kurz KIK).

Die Anleitung

Die Anleitung war sehr knapp gehalten und erweckt den Eindruck als sei eine Seite der Werbung zum Opfer gefallen. In der Segelskizze fehlen Werte, die man sich dann selbst ausdenken muss. So fehlen zum Beispiel die Breite der Nase und die genaue Anordnung der Trennlinie für die äuseren Paneele. Auch scheint der Abstand der oberen Querspreizenverbinder in der Skizze zum falschen Bezugspunkt bemaßt zu sein. Die Informationen aus dem Forum zum Bauanleitungsheft gibt es auch nicht mehr, da dieses Forum eingestellt wurde.

Die Schnittvorlage

Die Geometrie des Segels wurde in einem CAD-Program gezeichnet. Dabei wurden bereits sämtliche Nahtzugaben berücksichtigt. Da ich leider immernoch keinen Plotter habe ;-) und ich leider auch keinen Copy-Shop in meiner Nähe kenne, der mir auf A0 ausdrucken kann, wurde die Zeichnung mit einem Gitterraster versehen, welches das Positionieren und Verkleben der einzelnen A4-Blätter ermöglicht. Ich möchte an dieser Stelle darauf hin weisen, dass man beim Drucken der Einzelblätter auf kein Fall die Ausrichtung der Seite wechseln sollte, da Drucker horizontal und vertikal andere Abweichungen haben. Zum Zusammenkleben verwende ich 6 mm breites doppelseitiges Klebeband aus dem Drachenhandel. Auch wenn das nicht ganz billig ist, es wellt dafür nicht das Papier wie flüssige oder stiftförmige Kleber.

Das Segel

Es besteht aus Polyesterspinnaker Icarex PC31. Zuerst wurden alle Paneele an der Schleppkante einfach gesäumt. Dann wurden auf die äußeren Paneele Verstärkungen aus Klebespinnaker (doppelt so breit wie der Nahtüberstand) für die Durchführung der äußeren Standoffs aufgebracht (siehe Nahaufnahme des äußeren Standoffs). Die äußeren Paneele wurden mit einer einfachen falschen Kappnaht an die inneren genäht. Diese Naht ergibt auch den Tunnel für den äußeren Standoff. Bevor man die zweite Naht der falschen Kappnaht näht, muss man natürlich noch ein Löchlein für die Standoffdurchführung ins Segel machen.

Die Leitkantentasche ist als extrabreiter Saum ausgeführt. Die Verstärkung der Verbinderausschnitte sollte mit Klebespinnaker gemacht werden. Ich habe versucht, stattdessen eine zweite Lage PC31 aufzukleben, was mir aber gleich beim Bestaben an einem Ausschnitt eingerissen ist. Da ich abgedeckte Querspreizenverbinder mag (siehe Nahaufnahme des T-Verbinders), schneide ich die Ausschnitte schon vor dem Vernähen aus. Die Leitkante wurde vor dem Nähen verklebt.

Dann wurden die beiden Segelhälften wie für eine Segelmachernaht mit UHU Powerblock (der alte im gelb-schwarzen Gehäuse) 7 mm überlappend zusammengeklebt, aber nicht mit einem Dreifach-Zick-Zack sondern mit zwei parallel verlaufenden geraden Nähten vernäht. Ich erhoffe mir dadurch eine Entlastung des Segels längs zum Kielstab und habe auf eine Verstärkung längs des Kielstabes verzichtet.

Die Verstärkungen für die Standoffs, und das Mittelkreuz sind aus Dacron. Die Verstärkung am Kielstabende ist aus Nylon-Spinnaker. Bevor ich die Verstärkung für die inneren Standoffs angenäht habe, habe ich ein Loch hinein gemacht durch das man später die Standoffs Stecken kann. Die Verstärkung für die inneren Standoffs dient sozusagen auch als Standoffhalter. Aber dazu später mehr.

Die Nase besteht aus 7 cm breitem Cordura Band, das ich vor dem Aufnähen mit dem Heißschneider zurechtgeschnitten habe. Nach dem Aufnähen wird der Überstand über die Leitkante heiß abgeschnitten. Für die Segelabspannung an den Leitkanten und am Kiel habe ich Nahtband aufgenäht, welches später einen Gummi aufnimmt.

Das fertige Segel wiegt 31,3 g. Ob sich da noch viel an Gewicht einsparen lässt weiß ich nicht.

Das fertige Segel auf der Waage

Das fertige Segel auf der Waage

Stäbe und Verbinder

Da sich meiner Ansicht nach am Segel nur noch Gewicht sparen lässt, indem man ein leichteres Segelmaterial verwendet, muss man eben bei den Stäben und Verbindern sparen.

Die inneren Standoffs bestehen aus 2 mm CFK und sind segelseitig ohne Überstand angebracht. Dazu habe ich wie oben erwähnt vor dem Knicken und Annähen der Standoffverstärkung ein Loch in selbige gemacht. Durch dieses Loch wird dann der Standoff gesteckt. Damit er auch dort bleibt wo er hin soll, habe ich mit Epoxidharz ein Stückchen (2mm) eines Bowedenzugrohres (sowas gibt es im Modellbauhandel) an den Standoff geklebt. Der Standoff steht also auf dem Segel, bzw. dem umgeklappten Teil der Verstärkung. Das Prinzip ist in der Abbildung "Innerer Standoff segelseitig in der Nahaufnahme" zu erkennen.

Innerer Standoff segelseitig in der Nahaufnahme

Innerer Standoff segelseitig in der Nahaufnahme

Die beiden äußeren Standoffs sind aus 1,2 mm gewickeltem GFK. Ich habe es auch, um Gewicht zu sparen, mit CFK Stäben verschiedenen Durchmessers probiert, aber bei dem engen Biegeradius sind sie mir alle gebrochen.

Äußerer Standoff in der Nahaufnahme

Äußerer Standoff in der Nahaufnahme

Wie auf dem Bild "Äußerer Standoff in der Nahaufnahme" zu erkennen ist verwende ich an der Querspreize JACO Standoffhalter. Um wieder etwas Gewicht einzusparen wurden sie von mir gekürzt. Damit die äußeren Standoffs auch gut darin halten, habe ich zusätzlich je eine Ganze und eine abgeschnittene 1 mm Endkappe in die JACOs geklebt.

Die T-Verbinder habe ich aus PVC Schlauch mit 5 mm Innendurchmesser gefertigt. Dazu wird mit einer Lochzange und einem Metallplättchen das man in den Schlauch steckt ein Loch in den Schlauch gemacht. Wie man damit die Stäbe verbindet sieht man auf dem nächsten Bild. Die 4 Verbinder wiegen zusammen nur 2,9 g. Um die Verbinder gegen Verrutschen zu sichern, habe ich zusätzliche Schlauchstückchen mit Sekundenkleber auf den Stäben festgeklebt.

T-Verbinder in der Nahaufnahme

T-Verbinder in der Nahaufnahme

Das Mittelkreuz ist aus Waageleine geknotet und damit sehr, sehr leicht (siehe nächstes Bild). Von den Schlauchstücken zur Fixierung des Mittelkreuzes an der unteren Querspreize habe ich nur eines festgeklebt. Das Andere kann man verschieben, um die Querspreize zur Veringerung des Packmaßes zu verschieben.

Mittelkreuz aus Schnur

Mittelkreuz aus Schnur

Das wirklich bemerkenswerte an diesem einen KIK sind die Rohre. Sie sind in Wickeltechnik selbst hergestellt und im Vergleich zu den meisten handelsüblichen Rohren sehr leicht. Sie sind leichter als ein 3mm Stab, bei einer gleichzeitig höheren Biegesteifigkeit. Wie ich die Rohre gemacht habe, kann man unter Kohlefaserrohre selber wickeln nachlesen.

Sehr leicht bedeutet bei Rohren leider auch sehr empfindlich. Beim ersten Abbau des Drachens habe ich auch gleich die untere Querspreize kaputt gemacht. Aus Versehen hatte ich einen Satz Standoffhalter vertauscht, so dass ich einen 2 mm Standoff aus dem Halter für die 1,2 mm Standoffs ziehen musste. Der Krafteisatz war für die Querspreize leider zu stark.

Das Resultat

Der KIK wiegt komplett bestabt und mit Waageleine, also flugfertig, 75 g. In der Bauanleitung sind 92 g angegeben, unter Verwendung von 4 mm Standardrohren. Eine Gelegenheit zum Indoor Drachenfliegen hat sich mir leider noch nicht geboten. Aber bei Windstille konnte ich meinen KIK auch draußen schon um mich herum fliegen.



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